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Kluge Entscheidungen treffen

Blog Natalia Schweizer

Seit mehreren Jahren bin ich eine treue Leserin des Newsletters von Renate Daimler.

Renate ist Autorin, Systemische Beraterin, zertifizierte Strukturaufstellerin, Trainerin für erlebnisorientierte Persönlichkeitsentwicklung. Sie ist Gründerin des eigenen Beratungsunternehmens EAST und Entwicklerin der beiden Marken Veränderungstheater® und Weightsoulbalance®.

In Zeiten der Quarantäne habe ich von Renate eine tolle Übung bekommen, die ich bereits in meiner Coachings-Ausbildung kennengelernt habe. Das tolle an dieser Aufstellungs-Übung ist, dass sie ganz einfach zu Hause durchführbar ist. 

Renate hat es mir freundlicherweise erlaubt, diese Übung 1:1 mit euch zu teilen und in meinem Blogartikel zu veröffentlichen. 

Ich wünsche euch ebenfalls kluge und gute Entscheidungen auch in schwierigen Zeiten!

"Was mir am Wichtigsten scheint, ist, dass Du Deine Entscheidung nicht aus einer Angst heraus triffst, sondern mit Vertrauen und Zuversicht. Das ist sicher nicht einfach, weil die Angst in Zeiten wie diesen gerne an unsere Türe klopft und uns überreden will, ihr ein Zimmer in unserem Inneren zu vermieten. Bleib standhaft, denn mit ihr als Bewohnerin geraten Deine Entscheidungen vielleicht zu Panikreaktionen, verengen Deinen Blick auf die Zukunft und bringen Dein Immunsystem in Gefahr.
Vertrauen und Zuversicht sind gute Bewohner Deines Inneren, lass sie einziehen und Deine Dauergäste sein.

Bereit für Deine Entscheidung?
Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd haben dieses Format „DAS TETRALEMMA“ genannt. Und Du kannst die Positionen, die es dazu braucht, auf dem Boden auflegen indem Du Zettel entsprechend beschriftest.

DAS EINE z.B. Ich gehe selber einkaufen

DAS ANDERE z.B. Ich bitte um Nachbarschaftshilfe

Diese beiden Positionen legst Du mit einem Abstand einander gegenüber auf den Boden oder einen Sessel, so dass Du dazwischen hin und her gehen kannst.

Von einem Platz außerhalb dieses Bildes, den wir „neutralen Platz“ nennen, kannst Du jetzt das Bild betreten - sozusagen als Deine eigene Repräsentantin, als Dein eigener Repräsentant für Dich selbst. Du stellst Dich zuerst vor, dann links und dann rechts neben eine der beiden Positionen und spürst hinein, wie es sich anfühlt, so zu entscheiden.

Dann verlässt Du diesen Platz, gehst zur anderen Position und wiederholst den Vorgang.

Vielleicht hast Du jetzt schon Klarheit. Es kann aber auch gut sein, dass Du mehrere Male hin und her gehen musst, und erst durch diesen Prozess eine passende Haltung zur Frage, die Du gestellt hast, findest.

Es kann aber auch sein, dass weder DAS EINE noch DAS ANDERE sich gut anfühlen. Dann kehrst Du zurück zu Deinem neutralen Platz, schüttelst Dich ein bisschen, damit Du Deine Rolle als Repräsentant*in für Dich selber zurücklegst, schreibst zwei neue Zettel (BEIDES, KEINES VON BEIDEM) und legst sie so auf den Boden, dass ein imaginäres Viereck entsteht.

Nun gehst Du wieder auf die Reise und hast jetzt vier Positionen zur Auswahl.

Falls Du Dich bei BEIDES wohlfühlst, scheint es eine Möglichkeit zu geben, die beiden Positionen zu verbinden, an die Du bisher noch nicht gedacht hast, z.B. ich gehe zum kleinen Kaufmann an der Ecke einkaufen, meide aber die Supermärkte.

Wenn auch BEIDES kein guter Platz ist, dann gibt es noch die Möglichkeit, dass KEINES VON BEIDEM Dich anzieht.

Und hier könnte ein neuer Prozess für Dich beginnen, weil es so scheint, dass die Frage, die Du gestellt hast, in diesem Moment nicht so relevant ist. Vielleicht gibt es etwas Anderes, was im Augenblick wichtiger ist. Es könnte z.B. sein, dass Du vor einer Entscheidung aufgerufen bist Dein Urvertrauen zu stärken und Deine jüngere Version zu nähren.

Es gibt noch eine fünfte Position, die im TETRALEMMA vorgesehen ist, wir werden sie jetzt nicht aufstellen, weil sie für Menschen, die nicht mit Aufstellungsarbeit sehr vertraut sind, zu komplex ist. Stattdessen empfehle ich Dir, dass Du am Rand des Bildes noch ein stärkendes Element etablierst, so eine Art Tankstelle, die Du zwischendurch immer wieder besuchen kannst. Das könnte z.B. DAS VERTRAUEN oder eine andere, übergeordnete, Qualität sein, die Du als Ressource empfindest.

Life Model Coach Natalia Schweizer

Ich bin professioneller Coach (ICF) und Beraterin in Wien. Ich unterstütze ambitionierte Frauen, die sowohl eine gut gehende Karriere als auch ein erfülltes Familienleben führen wollen und bereit sind, etwas aktiv dafür zu tun.  

Natalia Schweizer Bio
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Nicht ausbrennen – 5 Tipps wie du schnell und unkompliziert deine Energie aufbauen kannst

Blog Natalia Schweizer

In Zeiten der Krise ist der Wunsch nach Veränderungen sehr stark. Besonders sind die Selbstständigen gefordert, schnell am Markt zu agieren und auf die neuen Kundenwünsche zu reagieren. Es ist schön und gut wenn du dich verändern möchtest, aber wenn du keine Kraft dafür hast, bringt es nichts. Besonders selbstständige Mütter sollen sich diese Frage stellen:

Sind deine Akkus für die langfristigen Veränderungen genügend aufgeladen?

Wenn nicht, fange lieber erst damit an.

Ich weiß genau wovon ich rede. Vor ein paar Jahren habe ich mich für ein Business-Coaching entschieden und war fest davon überzeugt – ja, jetzt werde ich mein Business komplett verändern. Ich werde alle Hausaufgaben erledigen, ich werde meinen Coach als Vorbild nehmen und einfach das tun was sie sagt. Und es wird funktionieren. Zur gleichen Zeit hatte ich massive Geldsorgen, mein Kind war zwei Jahre alt und wir sind vor kurzen in eine neue Wohnung eingezogen. Mein Energielevel was damals auf einer Skala von 0 bis 10 bei 3-4 und das bedeutet: „Erschöpfung, Unwille und Angst, mutige Schritte zu machen“. Keine gute Voraussetzung für nachhaltige Veränderungen.

Wir haben 10 Sitzungen zusammengearbeitet und tatsächlich habe ich ganz tolle Sachen gelernt, wie ich mich positionieren könnte. Ich nutze diese Learnings immer noch. Für die Umsetzung habe ich dann aber mehr als ein Jahr gebraucht, weil ich zuerst meine Lebens-Ressourcen aufbauen musste.

Was kannst du machen, wenn es dir gerade genauso geht und du mit ganz einfachen, aber sehr wirkungsvollen Mitteln deine Akkus aufladen möchtest?

Atmen. 

Es klingt so selbstverständlich, dass wir gar nicht mehr darauf achten. Nun ist das tatsächlich so, dass wir in Stresszeiten sehr gerne flachatmen und uns dadurch nicht gut mit Sauerstoff versorgen. Probiere Box-Atmung. Tiefes Ein- und Ausatmen sowie bewusste Pausen zwischen Atemzügen sorgen dafür, dass du mehr Kraft, mehr Energie spürst und dein Stress nachlässt. So geht das: Einatmen und bis vier zählen, 4 Sekunden die Luft anhalten, bewusst langsam ausatmen und bis 4 zählen, vor dem erneuerten Einatmen nochmal die Luft für 4 Sekunden anhalten. Du kannst auch gedanklich eine Box zeichnen: Einatmen-Lust anhalten-Ausatmen-Luft anhalten.  

In diesem Podcast erzählt Coach Kelly Swinger genau wie das funktioniert. https://de.player.fm/series/the-chrysalis-crew/take-a-breath

Morning Pages schreiben. 

Wie funktioniert das genau? Jeden Morgen setze dich als erstes hin und schreibe einfach los. Schreibe alle deine Gedanken runter, die in deinem Kopf herumschwirren. Nimm dir vor, mit einer A4 Seite zu beginnen und versuche einige Wochen einfach dranzubleiben. Ich habe die Morning Pages durch Julia Cameron kennengelernt und die ersten drei Monate nach ihrem Programm: Artist´s Way geschrieben. Danach hat sie ein Prozess des Denkens, SorgenRunterSchreibens auf dem Papier entwickelt, dass ich sehr nützlich finde. In schwierigen Situationen, wenn ich dazu neige, schnell und voreilig zu reagieren, setze ich mich hin und „kommuniziere“ mit der Person oder einer Fragestellung auf dem Papier. So habe ich bereits einige negative Reaktionen abgewendet und gute Kompromisse abgeschlossen.

Hier spricht Julia Cameron selbst über die Methode. https://juliacameronlive.com/basic-tools/morning-pages/

Lege dir eine Checkliste an: „Was bringt mir Energie? Was nimmt mir meine Energie weg?“ 

Ich habe in meinen elektronischen Notizenbuch „Evernote“ eine Checkliste mit all den Sachen, Erlebnissen, die mit gut tun – Energie bringen oder doch entziehen erstellt. Wenn wir Stress haben, passiert es oft, dass kleine Dinge, die uns gut tun, aus unserem Leben automatisch verschwinden. In solchen Zeiten kannst du diese Checkliste zu Rate ziehen und ein Paar ganz einfache Punkte in deinen Alltag aufnehmen bzw. dich von einigen wieder verabschieden.  

Sich positive Erlebnisse im Alltag mehr bewusst werden.

Oft bleiben wir an den Themen hängen, die uns nicht so gut gelingen. Wie grübeln Tag und Nacht und verpassen dabei ganz kleine, aber feine, schöne Erlebnisse, die eigentlich unser Leben ausmachen. Versuche dich auf 5 schöne Dinge am Tag zu fokussieren und dafür Dankbarkeit zu fühlen. Ich habe in meinem Google-Kalender ein Reminder „5 tolle Momente“ und schreibe ein paar Sätze in meinem Tagebuch 5 Punkte, was ich heute gutes erlebt habe. Es wirkt.

Ich kann dir dazu die Pomodoro-Technik https://www.zeitblueten.com/news/pomodoro-technik/ empfehlen: 45 Minuten arbeiten, 15 Minuten Pause.

Bewegung

Wie oft sitzen wir an einer wichtigen Aufgabe und nehmen es uns vor, sich nicht von der Stelle zubewegen bis die Aufgabe erledigt ist. Falscher Zugang. Sich zwischendurch zu bewegen, Pausen zu machen, gibt unserem Gehirn eine Möglichkeit, wortwörtlich auf andere Gedanken zu kommen und neue Ideen zu entwickeln. Ich kann dir dazu die Pomodoro-Technik empfehlen: 45 Minuten arbeiten, 15 Minuten Pause. Versuche deine Arbeit in 45 Minuten-Pakete aufzuteilen und plane auch das was du in der nächsten Pause machen kannst.

Wenn mehr Zeit da ist, ist ein Waldspaziergang angesagt. Wie fängst du am besten an? Ich habe mich vor drei Jahren einer Nordic Walking Gruppe angeschlossen und mein erstes Ziel war: ,,,,„ Jeden Monat Abend von der Couch aufzustehen und zum Training zu kommen. Mehr nicht. So habe ich lang genug durchgehalten, um dann weitere Ziele stecken zu können. Setze dir lieber kleine dafür realistische Ziele.

Übrigens, habe ich in meinem Buch „Dem weiblichen Work-Life-Dilemma entkommen.“ ein Paar Tipps, wie es mit der Zielsetzung auch klappen kann, hier kannst du dieses Kapitel kostenlos runterladen.

Bleib bei dir.

Finde es heraus, was dir gut tut.

Tue nur das, was dir wirklich gut tut!

Mit meinen Klientinnen vereinbare ich übrigens von Anfang an, dass sie sich proaktiv bei mir melden und nach einer Ressourcen aufbauende Coaching-Sitzung fragen können, falls sie das Gefühl haben, sie brauchen das gerade.

Ich freue mich auf deine Tipps, Kommentare oder Themenvorschläge

Falls du mit mir zusammenarbeiten möchtest, melde dich zu einem unverbindlichen Vorgespräch an und lasse uns deine Situation genauer besprechen. https://natalia-schweizer.com/kontakt/

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Ich bin professioneller Coach (ICF) und Beraterin in Wien. Ich unterstütze ambitionierte Frauen, die sowohl eine gut gehende Karriere als auch ein erfülltes Familienleben führen wollen und bereit sind, etwas aktiv dafür zu tun.  

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Als Frau mit ausländischen Wurzeln eine erfolgreiche Karriere in Österreich aufbauen, geht das?

Blog Natalia Schweizer

Wer kennt das nicht? Es ist schon schwer genug als Frau im eigenen Land erfolgreiche Karriere aufzubauen. Wie soll es für jemanden aus dem Ausland den klappen?

Zu diesem Thema haben wir uns an einem wunderbaren Netzwerkabend der Professional Women´s Network Vienna im Coworking “Spaces Square One” versammelt, um der Podiumsdiskussion “How to do career in Austria” beizuwohnen und sowohl Inspirationen als auch praktische Tipps abzuholen.

Ich war richtig begeistert von der Stimmung, Gastgeberinnen und Gästen und natürlich der Podiumsgesprächen. Ich saß im Publikum und habe die ganze Zeit mit dem Kopf zustimmend genickt.

Hier sind die Aussagen der Top Frauen zusammengefasst und von mir bestätigt, so dass du auch deine Inspiration finden kannst, um weitere Karriereschritte in Angriff zu nehmen.


Wie starte ich eine erfolgreiche Karriere?

  • Tue das, was dir wirklich Spass macht, was du liebst.

  • Konzentriere dich auf die Tätigkeiten, die den anderen Menschen erkennbaren Nutzen bringen, versuche auch für dich den Wert deiner Tätigkeit klar zu definieren.

  • Start from beginning and practice - werde einfach immer besser in dem was du tust. Bleib dran, übe dich in Disziplin!

Ein Buchtipp dazu: OUTLIERS. The Story of Success. By Malcolm Gladwell.
https://www.nytimes.com/2008/11/30/books/review/Leonhardt-t.html


Wie gehe ich mit kulturellen Unterschieden um?

  • Deutsche Sprache ist die wichtigste Integrationshilfe. 

  • Zeige Respekt den anderen Kulturen gegenüber, auch wenn sie dir sehr seltsam erscheinen.

  • Werde ein Teil des Teams. Gib den anderen genügend Zeit und habe Verständnis, dass die Einheimischen auch Zeit brauchen, um sich an deine kulturellen Besonderheiten privat und beruflich zu gewöhnen.


Führungskraft zu sein - wie machen das erfolgreiche Frauen?

  • Mein Team hat die höchste Priorität für mich! Der Kunde hat die höchste Priorität für mein Team. So sieht es aus und nicht umgekehrt.

  • Sei da für dein Team, auch wenn du nicht unbedingt selbst helfen könntest. Einfach da sein und das Team zu unterstützen hilft schon sehr. 

  • Du musst nicht zeigen, dass du fachlich was drauf hast, du musst dich darauf konzentrieren, dass du dein Team gut führen kannst. 

  • Lerne es zu akzeptieren, dass andere Menschen keine Clones von dir sind und es auch nicht werden können. 

  • Lerne zu delegieren und andere Menschen in Ruhe sich entwickeln lassen. Bleib aber immer dabei und unterstütze die, wenn sie dich als Leader / Vorgesetzte brauchen.


Was hilft dabei, auf dem Karriereweg nicht aufzugeben?

  • Lerne dich immer wieder aus deiner Komfortzone raus zubewegen, an den Limit zu gehen, so entwickelst du immer weniger Angst vor neuen Herausforderungen.

  • Achte auf deine Work-Life-Balance - du brauchst Möglichkeiten, um abzuschalten und deine Ressourcen aufzubauen, Energie zu tanken.

  • Lerne Selbstreflexion, das hilft dir für deine Entwicklung als Mensch, als Leader und als Fachkraft.

  • Nimm Coaching in Anspruch, um deinen Wachstum zu fördern.

  • Nutze die Möglichkeiten, mit einem oder mehreren Mentoren und Mentorinnen Beziehungen aufzubauen.

  • Vernetze dich mit Gleichgesinnten!


DON´T LIMIT YOUR SELF!

Ich freue mich auf deine Kommentare! Gerne kannst du diesen Beitrag auch an die Frauen weiterleiten, die jetzt gerade vor einer neuen beruflichen Herausforderung stehen.

Meine Geschichte der Integration kannst du in diesem Blogbeitrag nachlesen.

Autorin:

Mein Name ist Natalia Schweizer. Als Coach und Karriereberaterin helfe ich jungen karriereorientierten Frauen mit Migrationserfahrung dabei, ein Lebensmodell zu entwickeln, so dass es genügend Zeit und Raum sowohl für die Karriere als auch für die Familie gibt. 

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Meine Suche nach Integration

Blog Natalia Schweizer

Pünktlich zum 1. Österreichischen Integrationsgipfel in Wien möchte ich hier meine persönliche Geschichte der Integration teilen.

„Ich habe an dich gedacht“, sagte Veronika. „Daran, dass ich als waschechte Wienerin in meinem Leben sehr wenige Gelegenheiten habe, Menschen wie dich kennenzulernen… „

Wann ist eine Integration erfolgreich vollzogen?

  • Ist das der Zeitpunkt, ab dem ein junger Mensch die Entscheidung seiner Eltern, Russland zu verlassen und nur mit zwei Koffern in den Westen zu ziehen, endgültig akzeptiert und erkennt, dass es keine 100-prozentig richtigen Entscheidungen im Leben gibt?

  • Ist das der Zeitpunkt, ab dem die Aussage der eigenen Tante, dass eine junge Frau doch die Ausbildung zur Friseurin machen sollte, damit sie fest auf eigenen Beinen stehen kann, obwohl diese junge Frau in einem anderen Land bereits ein Studium begonnen hat, nur als eine lustige Anekdote in der Karrieregeschichte dieser jungen Frau existiert?

  • Ist das der Zeitpunkt, ab dem eine Frau sich wieder den russischen Kochrezepten wendet und eine richtig köstliche Bortsch-Suppe kocht, ohne in Nostalgie zu verfallen? Die schmeckt halt einfach gut.

Vor über 23 Jahren habe ich das Land verlassen, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Vor drei Wochen habe ich mich dabei ertappt, dass ich bei den Vorstellungsrunden in meinen Trainings nicht mehr sage, dass ich aus Russland komme…

Ich habe gelernt, nicht nur meine kulturellen Werte zu akzeptieren und zu verteidigen, sondern auch die anderen Menschen so zu akzeptieren wie sie sind.

Dazwischen liegen Jahre der Selbstfindung, der Suche nach eigenen Identität als Frau, als Mensch und Gestaltung des eigenen Lebensweges.


Deutsche mit russischen Wurzeln oder Russin mit deutschen Wurzeln – das ist hier die Frage.

Die persönliche Konfrontation mit meiner Herkunft fand für mich das erste Mal in einer kleinen russischen Stadt in dem Gebiet, der sich zwar „Hinter dem Baikalsee“ nennt, aber doch einige Tausende Kilometer vom Baikalsee entfernt ist. Mit sechzehn durfte ich meinen ersten sowjetischen Pass beantragen. Stolz marschierte ich auf das Amt, um ein Paar Angaben zu machen.

Ich bin erwachsen! Dieses Gefühl kennt jeder, egal in welchem Land wohnhaft.

Die Beamtin hat mir ein paar Fragen gestellt und dann kam diese Frage: „Welche Nationalität?“ Ohne lang nachdenken zu müssen, habe ich natürlich „Deutsch“ gesagt. „Ah so, du bist Deutsche? Dann haue doch ab zurück nach Deutschland!“

Diese Aussage hat mich nicht so sehr gestört. Mehr hat mich gestört, dass diese Frau mich – eine erwachsene Person, die heute ihren ersten sowjetischen Pass beantragt – geduzt hat.

„Ja, wir fahren auch bald nach Deutschland“, habe ich geantwortet, obwohl für mich ein Umzug ins ferne Deutschland im Jahre 1993 überhaupt nicht möglich schien. Ich bin in einer Zeit und Gegend aufgewachsen, wo Reisen in die fernen Länder in Köpfen der Menschen nicht als Möglichkeit gespeichert wurden.

Es war für mich nie ein Problem deutsch zu sein. Das habe ich so von Kind auf gelernt und akzeptiert - meine Mutter ist Russin und mein Vater ist Deutscher. Als ich zur Schule ging, habe ich gelernt, dass mein Nachname doch ein wenig außergewöhnlich ist – ich heiße nämlich Schweizer und nicht Schweizer´ova, wie das bei den russischen Namen üblich ist. Allerdings, ging es mindestens der Hälfte meiner Klasse genauso wie mir – Russland war und ist ein Vielvölkerland.

Meine zweite Konfrontation mit meiner Herkunft fand dann zwei Jahre später und circa zehn tausend Kilometer weit westlich statt. Aus einmal wusste ich gar nicht mehr genau wer ich bin und wo ich her komme.

Meine Familie ist nach Deutschland umgesiedelt.

Wenn ich mir jetzt die Fotos von meiner ersten Zeit in Deutschland anschaue – sehe ich eine erwachsen aussehende 18-jährige Frau, die Kinderklamotten trägt.


Sprechen Sie Deutsch? Ein neues Leben anfangen und sich beruflich umorientieren.

Mein Vater hat mit uns nie Deutsch gesprochen. Wenn sein Bruder zur Besuch kam, haben sie sich in einer, für uns Kinder, „geheimen und lustigen Sprache“ unterhalten, weil sie ein Dialekt gesprochen haben. Mein Wortschatz begrenzte sich auf ein Paar Wörter aus den Kriegsfilmen.

Ich bin nach Deutschland gekommen, ohne ein einziges Wort Deutsch zu können. Ich konnte nicht kommunizieren! Ich war im Schock erstarrt und wollte unsere Wohnung überhaupt nicht verlassen. Mein kleiner Bruder und ich saßen stundenlang vor dem Fernseher und haben uns unterschiedliche Sender reingezogen und versucht, Lieder, die wir auf dem Musiksender Viva gehört haben, zu übersetzen.

Jetzt können wir beide darüber lachen, damals hat es mich fertig gemacht.


Endlich die Chance, eine richtige Deutsche zu werden​​​​​

In den nächsten Jahren habe ich mich oft als Außenseiterin gefühlt. Ich bin immer wieder zwischen „Richtig Deutsch sein“ und „Richtig Russisch sein“ hin und her gewandert. Eigentlich war ich immer eher an Menschen und nicht an Herkunftsländern interessiert. Das wurde mir in meiner Studienzeit bewusst.


Was machen Sie beruflich, gnädige Frau?

In meinem „früheren“ Leben war mir immer klar, dass ich studieren werde. In Deutschland musste das nicht unbedingt sein. Meine Tante hat mir unbewusst eine ziemliche Motivation verpasst - nicht nur zu studieren, sondern auch meinen eigenen Weg zu gehen. Sie meinte, dass ich doch die Ausbildung zur Friseurin machen soll, dann werde ich ein festes Einkommen und immer die Möglichkeiten haben, ein wenig Geld dazu zu verdienen.

Was? Ich? Friseurin? Ich war empört…

Und habe nach ein paar Jahren ziemlich gutes Abiturzeugnis in der Tasche und ein Wirtschaftsstudium absolviert.

 

Berufliche Wanderung – persönliche Verwandlung

Der erste Job – ein Traumjob führte mich nach Wien. Eine wunderschöne Stadt, tolle Menschen, die mich sehr dabei unterstützt haben, mein eigenen Leben zu führen und mich selbst zu finden. Ich habe mich mit voller Freude in die Arbeit und das Leben in einer Hauptstadt gestürzt. Ich war unter anderem für die Geschäftsbeziehungen mit Russland zuständig und endlich war mein Russisch gebraucht. Ich war am richtigen Platz.

Russland war ein wichtiger Markt für dieses Unternehmen und so wurde mir angeboten, bei der Öffnung einer neuen Verkaufsniederlassung in Russland mitzumachen.

So kam ich nach Sankt-Petersburg und bin fast vier Jahre in Russland geblieben. Ich kam in einer ganz anderen Rolle – als Büroleiterin eines deutschen Konzerns zurück und wurde erstmal mit einem Land konfrontiert, dass ich so gar nicht gekannt habe.

Es folgten Jahre beruflicher Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen, Erfolgen und Misserfolgen, wunderbaren Menschen, die ich kennengelernt habe. Ich habe für mich ein neues Russland entdeckt und schätzen gelernt. Nach vier Jahren kam ich zurück nach Wien, weil ich meine Zukunft in Europa gesehen habe.


Das Unglück kommt selten allein

Schon wieder ein altes neues Leben. Ich war müde, ausgelaugt und hatte keine Lust, weitere berufliche Herausforderungen anzunehmen. In der gleichen Zeit ist noch mein Vater ganz plötzlich an einer Lungenembolie gestorben. Unerwartet hat es mich in ein tiefes schwarzes Loch geworfen. Ich saß alleine in einer wunderschönen Wohnung in Wien, ohne Perspektiven, ohne Familie, ohne Ideen, wie ich mein Leben eigentlich leben möchte. Gott sei Dank, waren immer Menschen da, die mich immer wieder unterstützt und aufgebaut haben.

Diese Zeit war aber auch dazu da, zu erkennen, niemand sonst außer mir kann über mein Leben bestimmen und ich bin diejenige, die Entscheidungen trifft.


Neuer Wind in die richtige Richtung

Irgendwann kam die Entscheidung, sich selbstständig zu machen. Toll! Ich habe mich sehr gefreut, selbst und ständig zu arbeiten. Ich habe nur einen entscheidenden Fehler gemacht, die auch viele GründerInnen machen und zwar – ich habe mich als Expertin für Markteintritt in Russland positioniert was quasi mein letzter angestellten Job war, obwohl ich eigentlich diesen Job nicht mehr machen wollte.

Parallel dazu habe ich angefangen als Trainerin und Gründungsberaterin zu arbeiten und es hat mir einen großen Spaß gemacht.

Der Vorteil davon, dass meine Karriere einen Knick hatte, habe ich erst später erkannt – ich habe plötzlich Zeit für andere Dinge bekommen. Genau in der Zeit, wo es bei mir beruflich gar nicht gut ging, habe ich meinen Partner kennengelernt und mich der weiteren Herausforderung einer multikulturellen Partnerschaft mit einem Patchworktouch gestellt.

Mein Familienglück wurde perfekt, als ich vor knapp zwei Jahren Mutter wurde. In der Zeit der Schwangerschaft hatte ich mein Business neuüberdacht und erkannt, wo meine wahre Berufung liegt – ich unterstütze gerne Frauen, die gerade dort stehen, wo ich schon vor 10 Jahren gestanden bin und die „Hausaufgaben des Lebens“ bereits gemacht habe.

Ich lebe mittlerweile mit meiner Familie in Wien, mein Sohn wächst zweisprachig auf. Ich bin als Frauencoach selbstständig und helfe Frauen dabei, ihren eigenen Weg zu finden und diesen auch zu gehen.

Ich bin 40 Jahre alt, fühle mich noch zu jung, um eine Biographie zu schreiben, aber reif genug, um meine Geschichte mit fremden Menschen zu teilen und anderen Frauen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen.


Ist meine Integration vollzogen?

Wer redet hier über Integration?

Ich habe diesen Beitrag im Sommer 2018 für ein Geschichtswettbewerb von Frauenmagazin Emotion geschrieben.

Fotocredits: Alona Malakhova, KatiKokhanova

Autorin:

Mein Name ist Natalia Schweizer. Als Coach und Karriereberaterin helfe ich jungen, karriereorientierten Frauen mit Migrationserfahrung dabei, ein Lebensmodell zu entwickeln, so dass es genügend Zeit und Raum sowohl für die Karriere als auch für die Familie gibt. 

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Natalia Schweizer Coaching
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Kreiere dein eigenes Lebensmodell

Wo sind meine Role Models?

Viele Frauen von heute stecken in einem Dilemma

Früher war alles klar: Du bist in der Regel Ehefrau und Mutter geworden oder hast dich im eher ungewöhnlicheren Fall auf deine Karriere konzentriert und auf Familie verzichtet. Die gesellschaftliche Norm bestand darin, so schnell wie möglich zu heiraten und erste Kinder zu bekommen.

Ist diese Vorstellung furchtbar für dich? Klingt es etwas altbacken?

Ja, es geht bei weitem nicht nur dir so.

Modernen Frauen stehen alle Möglichkeiten offen:

  • Sie können nach Belieben heiraten, und zwar wann auch immer sie wollen.

  • Sie können sich für oder gegen Kinder entscheiden.

  • Sie können im Alter von 25 Jahren eine steile Karriere beschreiten und außerdem drei Kinder bekommen.

Ja, klar, all das kann die Frau heutzutage.

Sheryl Sandberg schreibt in ihrem Bestseller „Lean In“, dass den modernen Frauen oft die entsprechenden Role Models fehlen, an denen sie sich orientieren können. Ihre Aussage von 2013 ist leider immer noch aktuell, so schnell können sich keine Role Models entwickeln.

In den Medien sehen wir oft Frauen, die das alles bereits geschafft haben und uns mit Stolz erzählen, wie sie die Schwierigkeiten überwunden haben. Wenn du dich aber in deiner näheren Umgebung umschaust, wirst du feststellen, dass die klassische Rollenverteilung noch sehr oft anzutreffen ist.


Mehr als nur Work-Life-Balance

Moderne Frauen sind durchaus sehr ehrgeizig geworden. Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung aus dem Jahr 2016 wünschen sich deutsche Frauen zwischen 18 und 40 Jahren nicht nur eine gute Work-Life-Balance, sie brauchen auch Zeit und Raum für die eigene persönliche Entwicklung.

Die Frau von heute ist viel mehr als Mutter und Karrierefrau.

Gehörst du dazu? Willkommen in meiner Welt.

Wenn du dich in deiner eigenen Haut wohlfühlst, kannst du bessere Entscheidungen bei der Gestaltung deiner Work-Life-Balance treffen.

Ich fasse das unter dem Begriff Lebensmodell zusammen und lade dich ein, hier und jetzt dein neues Lebensmodell zu entwickeln.

Anhand eines Beispiels möchte ich dir zeigen, warum es wichtig ist, ein eigenes Lebensmodell zu entwickeln, und wie sich das auf deine Work-Life-Balance letztendlich auswirken kann.

Zu mir ins Coaching kam eine zweifache Mutter und glückliche Ehefrau, die mit ihrem Zeitmanagement sehr unzufrieden war. Die Familienverwaltung würde sie sehr viel Zeit kosten, sodass sie mit ihrem Karriereziel – ein Online-Projekt aufzubauen – nicht so schnell und konsequent vorankommt, wie sie es sich eigentlich wünscht. Sie wollte gerne im Coaching an einem System für ihr Zeitmanagement arbeiten, das ihr genügend Freiraum für das berufliche Fortkommen einräumt.

Bereits in der ersten Coachingsitzung haben wir herausgefunden, dass es bei ihr in erster Linie darum ging, die eigenen Grenzen kennenzulernen und zu lernen, diese Grenzen den anderen Familienmitgliedern deutlich zu zeigen. Nachdem sie gelernt hat, selbst über ihre Zeit zu bestimmen und einige Aufgaben im Haushalt an die Familie zu delegieren, konnte sie sich dem beruflichen Projekt weiter widmen.

Mir scheint es sehr wichtig zu sein, dass Frauen ihr Leben als Gesamtkonzept wahrnehmen, sich ein eigenes Lebensmodell kreieren und selbst bestimmen, was für sie wichtig ist und wieviel Energie und Zeit sie in bestimmte Lebensbereiche investieren wollen.


Jede Veränderung braucht Zeit

Jede Veränderung führt zu einer weiteren Veränderung und betrifft direkt oder indirekt Menschen in deiner Umgebung. Häufig wollen Frauen, nachdem sie sich entschieden haben, selbstständig und stark zu sein, dieses neue Leben um jeden Preis durchziehen. Sie vergessen dabei, dass die Familienmitglieder eigentlich gar nicht mit diesem Wandel rechnen. Unser Partner, unsere Kinder, unsere Freunde wissen ja noch nichts von diesem neuen Lebensmodell und es kann durchaus sein, dass sie nicht sofort Feuer und Flamme sind. Gib dir und deinen Liebsten die Zeit, die ihr braucht.

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Selbstständig mit Kind: So bleibt dein Leben in Balance

Blog Natalia Schweizer

Gehörst du zu den Frauen, die oft vergessen, dass sie das wichtigste Kapital ihres Lebens, ihrer Familie und ihrer Firma sind? So findest du zu deiner Balance zurück.

Als ich vor drei Jahren mein erstes Kind bekam, war ich bereits einige Jahre selbstständig. Der Familienzuwachs und die damit verbundenen Verpflichtungen haben mein stark berufsorientiertes Leben ordentlich durcheinandergebracht. Ich habe meinen Weg gefunden und möchte mit dir ein paar Tipps teilen, die dir helfen, eine Balance zwischen den wichtigsten Lebensbereichen zu entwickeln und nicht auf etwas verzichten zu müssen.

Stelle dich in den Mittelpunkt

Ja, tatsächlich. Und zwar aus ganz pragmatischen Überlegungen. Du bist dein wichtigstes Kapital. Wenn es dir nicht gut geht, wird es kurz- oder langfristig dazu führen, dass du deine Verpflichtungen nicht erfüllen kannst, geschweige denn deine Träume verwirklichen. Wenn es dir gut geht, hast du mehr Kraft, andere zu unterstützen, an deinen geschäftlichen Zielen zu arbeiten und auch Konflikte und Probleme anzugehen. 

Regel Nummer 1 lautet daher: Baue eigene Energiereserven auf!

Strukturiere Haushalt und Familie so gut wie dein Business

Du willst in deinem Business vorankommen, findest aber zunehmend keine Zeit dafür, weil dir Familie und Freunde genauso wichtig sind? Es passiert nicht selten, dass Frauen nach der Familiengründung einfach nicht mehr dazukommen, sich mit geschäftlichen Zielen auseinanderzusetzen. Es fehlt die richtige Zeit, die Ruhe, um über die berufliche Entwicklung nachzudenken. 

Wenn du nicht willst, dass dein Business den Bach runter geht, lautet meine Empfehlung: Plane und strukturiere Haushalt und Familienzeit genauso, wie dein Business. So gewinnst du mehr Zeit, mehr Energie und mehr Lust, dich um deine geschäftlichen Zukunftspläne zu kümmern. Leben als Projekt ist die Devise – da gehört auch die Familie dazu!  

Lege Schwerpunkte fest und fokussiere dich immer wieder darauf

Es gibt unterschiedlichen Phasen in jedem Leben. Oft sehnen sich Frauen nach einem eigenen Business – und warten dann doch lieber ab, bis die Kinder größer sind. Ich empfehle, lieber darauf zu achten, dass du in jedem Lebensbereich – Ich/Business/Familie – Schwerpunkte festlegst und regelmäßig jedem Bereich ein wenig Zeit widmest. Dadurch hast du das Gefühl, im „Hier und Jetzt“ zu leben und läufst nicht Träumen oder unerfüllten Erwartungen nach.

Richte deine kurzfristigen Ziele nach der langfristigen Vision aus

Seit mehr als 15 Jahren beschäftige ich mich privat wie beruflich mit dem Thema „Ziele setzen und erreichen“ und habe die unterschiedlichsten Methoden ausprobiert. Heutzutage kämpfen wir damit, dass die tägliche Routine uns zuviel Zeit kostet und oft kein Raum für die wesentlichen Fragen bleibt: „Was wollte ich eigentlich langfristig erreichen? Warum will ich dieses bestimmte Ziel gerade jetzt erreichen? Was habe ich davon? Welche Rolle spielt es langfristig, wenn ich ein bestimmtes Ziel erreiche?“ 

Das führt dazu, dass die Motivation, deine Ziele zu erreichen, gleich Null ist. Meine Empfehlung lautet daher: Achte darauf, deine Lebensvision nicht aus den Augen zu verlieren, nimm dir Zeit, deine kurzfristigen Ziele mit den langfristigen abzugleichen und die langfristigen Ziele an deiner Lebensvision auszurichten. Diese Ausrichtung verhilft dir zu mehr Motivation, deine kurzfristigen Ziele heute und jetzt zu verfolgen.

Feiere deine Erfolge

Wie kannst du feststellen, ob du in deinem Business erfolgreich bist oder nicht? Der erste Impuls ist meistens, sich mit den Mitbewerbern zu vergleichen. Das kann eine Sackgasse sein. Jeder Mensch hat eine ganz andere Ausgangs- und Lebenssituation – und genauso eine eigene Definition von Erfolg.

Ich empfehle dir: Vergleiche dich mit deinem Bild von dir in der Vergangenheit und nimm zum Vergleich dein ganzes Leben. Es gibt sicher Momente im Leben einer Frau, wo das Business zu kurz kommt, dann wieder kommt die Zeit, wo die Kinder weniger Betreuung brauchen und du mehr Zeit und Energie in deine Karriere investieren kannst, die familiären Verhältnisse können sich verändern. Halte die Erfolgsmomente, die du heute erlebst, für die Zukunft fest (ich empfehle dazu das 5-Jahres-Tagebuch) – und genieße sie heute noch!

https://www.port41.at/artikel/selbststaendig-mit-kind-so-bleibt-dein-leben-in-balance

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Das weibliche Work-Life-Dilemma: 5 Ideen, woran es liegen kann

Blog Natalia Schweizer

Die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben werden immer schwammiger. Lohnt es sich noch, nach einer Work-Life-Balance zu streben? Wie kann eine karriereorientierte Frau ihr Leben so gestalten, dass es genügend Raum und Zeit sowohl für Familie als auch eigene Entwicklung bleibt?

Sie kam ins Coaching und erzählte, dass sie in einem Dilemma steckt. Sie wünscht sich Familie und Kinder. Mit 39 Jahren hat sie plötzlich erkannt, dass es für sie wichtig ist. Das Problem ist, dass sie in den letzten Jahren so viel und so intensiv an ihrer Karriere gearbeitet hat, dass sie überhaupt keine Ahnung mehr davon hat, wie eine Partnerbeziehung funktionieren kann.

„Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie das geht…“

Außerdem hat sie herausgefunden, dass ihre Karriere – so wie sie jetzt gerade läuft – langfristig für sie nicht mehr in Frage kommt.

Warum fehlt es heutzutage vielen Frauen immer noch so schwer, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen?

Hier 5 Ideen aus meiner Praxis, woran es liegen könnte.

Keine eigenen Ziele

Mittlerweile gibt es eine Fülle an Methoden für die „richtige“ Zielsetzung. Wie sollen die Ziele eigentlich aussehen, damit sie auch realisiert werden können? Zum einen geht es darum, dass sie wirklich die eigenen sind, d.h. mit der eigenen Lebensvision und Lebenswerten im Einklang sind. Zum anderen sollten sie tatsächlich klar definiert sein und auf die „Realisierbarkeit“ geprüft werden.

Nicht von einem „Glücklichen Leben“ träumen, sondern genau definieren „Was bedeutet für mich, ein glückliches Leben zu führen?“

Kein Mut, ein eigenes Lebensmodell zu entwickeln

Menschen brauchen Vorbilder. Die wunderbaren starken und selbstbestimmten Frauen wie Sheryl Sandberg (COO von Facebook) sind tolle Vorbilder. Es ist nur so, dass diese Vorbilder den meisten Frauen bereits einige Entwicklungsschritte voraus sind. Wenn diese Frauen sich in ihrer Umgebung umschauen, gibt es nicht so viele Lebensmodelle, die gerade sehr inspirierend sind.

Was tun? Wie wäre es mit dem eigenen Lebensmodell?

Die Antwort auf die Frage finden: „Was will ich am Ende meines Lebens hinterlassen?

Eigene Stärken werden oft übersehen

Leider werden immer noch viele Frauen so erzogen, als ob es ein Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Stärken geben würde. Dabei lohnt es sich nicht mehr, darauf zu fokussieren, der bessere Weg ist es, sich eigenen Stärken bewusster werden.

Was habe ich für Talente? Was habe ich aus meinem familiären Umfeld für Botschaften mitbekommen, die mich stark und eigenartig machen? Welche Situationen habe ich bereits gemeistert, die mich geprägt und stärker gemacht haben?

Eigene Stärken zu stärken macht mehr Sinn, als sich mit den Schwächen zu beschäftigen.

Langfristige Planung der finanziellen Unabhängigkeit wird vernachlässigt

Macht das Geld glücklich? Ich denke, dass die meisten karriereorientierten Frauen diese Frage mit „Ja“ beantworten würden. Geld ist ein gutes Tauschmittel, damit wir uns mehr Lebensqualität leisten können. Die Antwort wird ein wenig schwieriger, wenn Familienzuwachs ins Spiel kommt. Da kommen oft einige gespeicherte Glaubenssätze hoch, die mit unserer aktuellen Lebenssituation nicht viel zu tun haben. Wer kümmert sich um das Kind? Wer verdient das meiste Geld? Wie wird die Haushaltsarbeit bewertet?

Diese Konflikte anzusprechen, aufzuklären und sich mit Thema „Geld“ proaktiv auseinanderzusetzen ist wesentlich, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Lieber ein Notgroschen auf der Bank, als ewige Träumerei von einem glücklichen Leben im Alter.

Eigene Erfolge werden nicht gefeiert

Ein schwieriges Thema für Frauen, die an ihren Stärken arbeiten. Sie übersehen oft eigene Erfolge. Ständig wird nach mehr Verbesserungspotential gesucht und viel zu oft werden Vergleiche mit anderen Frauen angestellt.

Meine Empfehlung dazu lautet: “Nutze andere Lebensgeschichten als Inspiration und gehe genauso inspiriert und stolz mit deinen eigenen Erfolgsgeschichten um.“

Ein selbstbestimmtes Leben zu gestalten und zu führen, ist kein Hollywoodmärchen, aber ein sehr nachhaltiges und zufriedenmachendes Lebenskonzept.

Lesen Sie Dem weiblichen Work-Life-Dilemma entkommen von Natalia Schweizer

Quelle: https://bookboon.com/blog/2019/01/das-weibliche-work-life-dilemma-5-ideen-woran-es-liegen-kann