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#16 Nicht ausbrennen – 5 Tipps wie du schnell und unkompliziert deine Energie aufbauen kannst

Blog Natalia Schweizer

In Zeiten der Krise ist der Wunsch nach Veränderungen sehr stark. Besonders sind die Selbstständigen gefordert, schnell am Markt zu agieren und auf die neuen Kundenwünsche zu reagieren. Es ist schön und gut wenn du dich verändern möchtest, aber wenn du keine Kraft dafür hast, bringt es nichts. Besonders selbstständige Mütter sollen sich diese Frage stellen:

Sind deine Akkus für die langfristigen Veränderungen genügend aufgeladen?

Wenn nicht, fange lieber erst damit an.

Ich weiß genau wovon ich rede. Vor ein paar Jahren habe ich mich für ein Business-Coaching entschieden und war fest davon überzeugt – ja, jetzt werde ich mein Business komplett verändern. Ich werde alle Hausaufgaben erledigen, ich werde meinen Coach als Vorbild nehmen und einfach das tun was sie sagt. Und es wird funktionieren. Zur gleichen Zeit hatte ich massive Geldsorgen, mein Kind war zwei Jahre alt und wir sind vor kurzen in eine neue Wohnung eingezogen. Mein Energielevel was damals auf einer Skala von 0 bis 10 bei 3-4 und das bedeutet: „Erschöpfung, Unwille und Angst, mutige Schritte zu machen“. Keine gute Voraussetzung für nachhaltige Veränderungen.

Wir haben 10 Sitzungen zusammengearbeitet und tatsächlich habe ich ganz tolle Sachen gelernt, wie ich mich positionieren könnte. Ich nutze diese Learnings immer noch. Für die Umsetzung habe ich dann aber mehr als ein Jahr gebraucht, weil ich zuerst meine Lebens-Ressourcen aufbauen musste.

Was kannst du machen, wenn es dir gerade genauso geht und du mit ganz einfachen, aber sehr wirkungsvollen Mitteln deine Akkus aufladen möchtest?

Atmen. 

Es klingt so selbstverständlich, dass wir gar nicht mehr darauf achten. Nun ist das tatsächlich so, dass wir in Stresszeiten sehr gerne flachatmen und uns dadurch nicht gut mit Sauerstoff versorgen. Probiere Box-Atmung. Tiefes Ein- und Ausatmen sowie bewusste Pausen zwischen Atemzügen sorgen dafür, dass du mehr Kraft, mehr Energie spürst und dein Stress nachlässt. So geht das: Einatmen und bis vier zählen, 4 Sekunden die Luft anhalten, bewusst langsam ausatmen und bis 4 zählen, vor dem erneuerten Einatmen nochmal die Luft für 4 Sekunden anhalten. Du kannst auch gedanklich eine Box zeichnen: Einatmen-Lust anhalten-Ausatmen-Luft anhalten.  

In diesem Podcast erzählt Coach Kelly Swinger genau wie das funktioniert. https://de.player.fm/series/the-chrysalis-crew/take-a-breath

Morning Pages schreiben. 

Wie funktioniert das genau? Jeden Morgen setze dich als erstes hin und schreibe einfach los. Schreibe alle deine Gedanken runter, die in deinem Kopf herumschwirren. Nimm dir vor, mit einer A4 Seite zu beginnen und versuche einige Wochen einfach dranzubleiben. Ich habe die Morning Pages durch Julia Cameron kennengelernt und die ersten drei Monate nach ihrem Programm: Artist´s Way geschrieben. Danach hat sie ein Prozess des Denkens, SorgenRunterSchreibens auf dem Papier entwickelt, dass ich sehr nützlich finde. In schwierigen Situationen, wenn ich dazu neige, schnell und voreilig zu reagieren, setze ich mich hin und „kommuniziere“ mit der Person oder einer Fragestellung auf dem Papier. So habe ich bereits einige negative Reaktionen abgewendet und gute Kompromisse abgeschlossen.

Hier spricht Julia Cameron selbst über die Methode. https://juliacameronlive.com/basic-tools/morning-pages/

Lege dir eine Checkliste an: „Was bringt mir Energie? Was nimmt mir meine Energie weg?“ 

Ich habe in meinen elektronischen Notizenbuch „Evernote“ eine Checkliste mit all den Sachen, Erlebnissen, die mit gut tun – Energie bringen oder doch entziehen erstellt. Wenn wir Stress haben, passiert es oft, dass kleine Dinge, die uns gut tun, aus unserem Leben automatisch verschwinden. In solchen Zeiten kannst du diese Checkliste zu Rate ziehen und ein Paar ganz einfache Punkte in deinen Alltag aufnehmen bzw. dich von einigen wieder verabschieden.  

Sich positive Erlebnisse im Alltag mehr bewusst werden.

Oft bleiben wir an den Themen hängen, die uns nicht so gut gelingen. Wie grübeln Tag und Nacht und verpassen dabei ganz kleine, aber feine, schöne Erlebnisse, die eigentlich unser Leben ausmachen. Versuche dich auf 5 schöne Dinge am Tag zu fokussieren und dafür Dankbarkeit zu fühlen. Ich habe in meinem Google-Kalender ein Reminder „5 tolle Momente“ und schreibe ein paar Sätze in meinem Tagebuch 5 Punkte, was ich heute gutes erlebt habe. Es wirkt.

Bewegung

Wie oft sitzen wir an einer wichtigen Aufgabe und nehmen es uns vor, sich nicht von der Stelle zubewegen bis die Aufgabe erledigt ist. Falscher Zugang. Sich zwischendurch zu bewegen, Pausen zu machen, gibt unserem Gehirn eine Möglichkeit, wortwörtlich auf andere Gedanken zu kommen und neue Ideen zu entwickeln. Ich kann dir dazu die Pomodoro-Technik empfehlen: 45 Minuten arbeiten, 15 Minuten Pause. Versuche deine Arbeit in 45 Minuten-Pakete aufzuteilen und plane auch das was du in der nächsten Pause machen kannst.

Ich kann dir dazu die Pomodoro-Technik https://www.zeitblueten.com/news/pomodoro-technik/ empfehlen: 45 Minuten arbeiten, 15 Minuten Pause.

Wenn mehr Zeit da ist, ist ein Waldspaziergang angesagt. Wie fängst du am besten an? Ich habe mich vor drei Jahren einer Nordic Walking Gruppe angeschlossen und mein erstes Ziel war: ,,,,„ Jeden Monat abends von der Couch aufzustehen und zum Training zu kommen. Mehr nicht. So habe ich lang genug durchgehalten, um dann weitere Ziele stecken zu können. Setze dir lieber kleine dafür realistische Ziele.

Übrigens, habe ich in meinem Buch „Dem weiblichen Work-Life-Dilemma entkommen.“ ein Paar Tipps, wie es mit der Zielsetzung auch klappen kann.

Bleib bei dir.

Finde es heraus, was dir gut tut.

Tue nur das, was dir wirklich gut tut!

Mit meinen Klientinnen vereinbare ich übrigens von Anfang an, dass sie sich proaktiv bei mir melden und nach einer Ressourcen aufbauende Coaching-Sitzung fragen können, falls sie das Gefühl haben, sie brauchen das gerade.

Ich freue mich auf deine Tipps, Kommentare oder Themenvorschläge

Falls du mit mir zusammenarbeiten möchtest, melde dich zu einem unverbindlichen Vorgespräch an und lasse uns deine Situation genauer besprechen. https://natalia-schweizer.com/kontakt/

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#10 Meine Suche nach Integration

Blog Natalia Schweizer

Pünktlich zum 1. Österreichischen Integrationsgipfel in Wien möchte ich hier meine persönliche Geschichte der Integration teilen.

„Ich habe an dich gedacht“, sagte Veronika. „Daran, dass ich als waschechte Wienerin in meinem Leben sehr wenige Gelegenheiten habe, Menschen wie dich kennenzulernen… „

Wann ist eine Integration erfolgreich vollzogen?

Ist das der Zeitpunkt, ab dem ein junger Mensch die Entscheidung seiner Eltern, Russland zu verlassen und nur mit zwei Koffern in den Westen zu ziehen, endgültig akzeptiert und erkennt, dass es keine 100-prozentig richtigen Entscheidungen im Leben gibt?

Ist das der Zeitpunkt, ab dem die Aussage der eigenen Tante, dass eine junge Frau doch die Ausbildung zur Friseurin machen sollte, damit sie fest auf eigenen Beinen stehen kann, obwohl diese junge Frau in einem anderen Land bereits ein Studium begonnen hat, nur als eine lustige Anekdote in der Karrieregeschichte dieser jungen Frau existiert?

Ist das der Zeitpunkt, ab dem eine Frau sich wieder den russischen Kochrezepten wendet und eine richtig köstliche Bortsch-Suppe kocht, ohne in Nostalgie zu verfallen? Die schmeckt halt einfach gut.

Vor über 23 Jahren habe ich das Land verlassen, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Vor drei Wochen habe ich mich dabei ertappt, dass ich bei den Vorstellungsrunden in meinen Trainings nicht mehr sage, dass ich aus Russland komme…

Ich habe gelernt, nicht nur meine kulturellen Werte zu akzeptieren und zu verteidigen, sondern auch die anderen Menschen so zu akzeptieren wie sie sind.

Dazwischen liegen Jahre der Selbstfindung, der Suche nach eigenen Identität als Frau, als Mensch und Gestaltung des eigenen Lebensweges.

Deutsche mit russischen Wurzeln oder Russin mit deutschen Wurzeln – das ist hier die Frage.

Die persönliche Konfrontation mit meiner Herkunft fand für mich das erste Mal in einer kleinen russischen Stadt in dem Gebiet, der sich zwar „Hinter dem Baikalsee“ nennt, aber doch einige Tausende Kilometer vom Baikalsee entfernt ist. Mit sechzehn durfte ich meinen ersten sowjetischen Pass beantragen. Stolz marschierte ich auf´s Amt, um ein Paar Angaben zu machen.

Ich bin erwachsen! Dieses Gefühl kennt jeder, egal in welchem Land wohnhaft.

Die Beamtin hat mir ein paar Fragen gestellt und dann kam diese Frage: „Welche Nationalität?“ Ohne lang nachdenken zu müssen, habe ich natürlich „Deutsche“ gesagt. „Ah so, du bist Deutsche? Dann haue doch ab zurück nach Deutschland!“

Diese Aussage hat mich nicht so sehr gestört. Es hat mich viel mehr gestört, dass diese Frau mich – eine erwachsene Person, die heute ihren ersten sowjetischen Pass beantragt – geduzt hat. Ich habe schon immer gewusst, dass mein Vater aus einer deutschen Familie stamm.

„Ja, wir fahren auch bald nach Deutschland“, habe ich geantwortet, obwohl für mich ein Umzug ins ferne Deutschland im Jahre 1993 überhaupt nicht möglich schien. Ich bin in einer Zeit und Gegend aufgewachsen, wo Reisen in die fernen Länder in Köpfen der Menschen nicht als Möglichkeit gespeichert wurden.

Es war für mich nie ein Problem deutsch zu sein. Das habe ich so von Kind auf gelernt und akzeptiert - meine Mutter ist Russin und mein Vater ist Deutscher. Als ich zur Schule ging, habe ich gelernt, dass mein Nachname doch ein wenig außergewöhnlich ist – ich heiße nämlich Schweizer und nicht Schweizer´ova, wie das bei den russischen Namen üblich ist. Allerdings, ging es mindestens der Hälfte meiner Klasse genauso wie mir – Russland war und ist ein Vielvölkerland.

Meine zweite Konfrontation mit meiner Herkunft fand dann zwei Jahre später und circa zehn tausend Kilometer weit westlich statt. Aus einmal wusste ich gar nicht mehr genau wer ich bin und wo ich her komme.

Meine Familie ist nach Deutschland umgesiedelt.

Wenn ich mir jetzt die Fotos von meiner ersten Zeit in Deutschland anschaue – sehe ich eine erwachsen aussehende 18-jährige Frau, die Kinderklamotten trägt.

Sprechen Sie Deutsch? Ein neues Leben anfangen und sich beruflich umorientieren.

Mein Vater hat mit uns nie Deutsch gesprochen. Wenn sein Bruder zur Besuch kam, haben sie sich in einer, für uns Kinder, „geheimen und lustigen Sprache“ unterhalten, weil sie ein Dialekt gesprochen haben. Mein Wortschatz begrenzte sich auf ein Paar Wörter aus den Kriegsfilmen.

Ich bin nach Deutschland gekommen, ohne ein einziges Wort Deutsch zu können. Ich konnte nicht kommunizieren! Ich war im Schock erstarrt und wollte unsere Wohnung überhaupt nicht verlassen. Mein kleiner Bruder und ich saßen stundenlang vor dem Fernseher und haben uns unterschiedliche Sender reingezogen und versucht, Lieder, die wir auf dem Musiksender Viva gehört haben, zu übersetzen.

Jetzt können wir beide darüber lachen, damals hat es mich fertig gemacht.

Endlich die Chance, eine richtige Deutsche zu werden

In den nächsten Jahren habe ich mich oft als Außenseiterin gefühlt. Ich bin immer wieder zwischen „Richtig Deutsch sein“ und „Richtig Russisch sein“ hin und her gewandert. Eigentlich war ich immer eher an Menschen und nicht an Herkunftsländern interessiert. Das wurde mir in meiner Studienzeit bewusst.

Was machen Sie beruflich, gnädige Frau?

In meinem „früheren“ Leben war mir immer klar, dass ich studieren werde. In Deutschland musste das nicht unbedingt sein. Meine Tante hat mir unbewusst eine ziemliche Motivation verpasst - nicht nur zu studieren, sondern auch meinen eigenen Weg zu gehen. Sie meinte, dass ich doch die Ausbildung zur Friseurin machen soll, dann werde ich ein festes Einkommen und immer die Möglichkeiten haben, ein wenig Geld dazu zu verdienen.

Was? Ich? Friseurin? Ich war empört…

Und habe nach ein paar Jahren ziemlich gutes Abiturzeugnis in der Tasche und ein Wirtschaftsstudium absolviert. 

Berufliche Wanderung – persönliche Verwandlung

Der erste Job – ein Traumjob führte mich nach Wien. Eine wunderschöne Stadt, tolle Menschen, die mich sehr dabei unterstützt haben, mein eigenen Leben zu führen und mich selbst zu finden. Ich habe mich mit voller Freude in die Arbeit und das Leben in einer Hauptstadt gestürzt. Ich war unter anderem für die Geschäftsbeziehungen mit Russland zuständig und endlich war mein Russisch gebraucht. Ich war am richtigen Platz.

Russland war ein wichtiger Markt für dieses Unternehmen und so wurde mir angeboten, bei der Öffnung einer neuen Verkaufsniederlassung in Russland mitzumachen.

So kam ich nach Sankt-Petersburg und bin fast vier Jahre in Russland geblieben. Ich kam in einer ganz anderen Rolle – als Büroleiterin eines deutschen Konzerns zurück und wurde erstmal mit einem Land konfrontiert, dass ich so gar nicht gekannt habe.

Es folgten Jahre beruflicher Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen, Erfolgen und Misserfolgen, wunderbaren Menschen, die ich kennengelernt habe. Ich habe für mich ein neues Russland entdeckt und schätzen gelernt. Nach vier Jahren kam ich zurück nach Wien, weil ich meine Zukunft in Europa gesehen habe.

Das Unglück kommt selten allein

Schon wieder ein altes neues Leben. Ich war müde, ausgelaugt und hatte keine Lust, weitere berufliche Herausforderungen anzunehmen. In der gleichen Zeit ist noch mein Vater ganz plötzlich an einer Lungenembolie gestorben. Unerwartet hat es mich in ein tiefes schwarzes Loch geworfen. Ich saß alleine in einer wunderschönen Wohnung in Wien, ohne Perspektiven, ohne Familie, ohne Ideen, wie ich mein Leben eigentlich leben möchte. Gott sei Dank, waren immer Menschen da, die mich immer wieder unterstützt und aufgebaut haben.

Diese Zeit war aber auch dazu da, zu erkennen, niemand sonst außer mir kann über mein Leben bestimmen und ich bin diejenige, die Entscheidungen trifft.

Neuer Wind in die richtige Richtung

Irgendwann kam die Entscheidung, sich selbstständig zu machen. Toll! Ich habe mich sehr gefreut, selbst und ständig zu arbeiten. Ich habe nur einen entscheidenden Fehler gemacht, die auch viele GründerInnen machen und zwar – ich habe mich als Expertin für Markteintritt in Russland positioniert was quasi mein letzter angestellten Job war, obwohl ich eigentlich diesen Job nicht mehr machen wollte.

Parallel dazu habe ich angefangen als Trainerin und Gründungsberaterin zu arbeiten und es hat mir einen großen Spaß gemacht.

Der Vorteil davon, dass meine Karriere einen Knick hatte, habe ich erst später erkannt – ich habe plötzlich Zeit für andere Dinge bekommen. Genau in der Zeit, wo es bei mir beruflich gar nicht gut ging, habe ich meinen Partner kennengelernt und mich der weiteren Herausforderung einer multikulturellen Partnerschaft mit einem Patchworktouch gestellt.

Mein Familienglück wurde perfekt, als ich vor knapp zwei Jahren Mutter wurde. In der Zeit der Schwangerschaft hatte ich mein Business neuüberdacht und erkannt, wo meine wahre Berufung liegt – ich unterstütze gerne Frauen, die gerade dort stehen, wo ich schon vor 10 Jahren gestanden bin und die „Hausaufgaben des Lebens“ bereits gemacht habe.

Ich lebe mittlerweile mit meiner Familie in Wien, mein Sohn wächst zweisprachig auf. Ich bin als Frauencoach selbstständig und helfe Frauen dabei, ihren eigenen Weg zu finden und diesen auch zu gehen.

Ich bin 40 Jahre alt, fühle mich noch zu jung, um eine Biographie zu schreiben, aber reif genug, um meine Geschichte mit fremden Menschen zu teilen und anderen Frauen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Ist meine Integration vollzogen?

Wer redet hier über Integration?

Ich habe diesen Beitrag im Sommer 2018 für ein Geschichtswettbewerb von Frauenmagazin Emotion geschrieben.
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#4 Selbstständig mit Kind: So bleibt dein Leben in Balance

Blog Natalia Schweizer

Gehörst du zu den Frauen, die oft vergessen, dass sie das wichtigste Kapital ihres Lebens, ihrer Familie und ihrer Firma sind? So findest du zu deiner Balance zurück.

Als ich vor drei Jahren mein erstes Kind bekam, war ich bereits einige Jahre selbstständig. Der Familienzuwachs und die damit verbundenen Verpflichtungen haben mein stark berufsorientiertes Leben ordentlich durcheinandergebracht. Ich habe meinen Weg gefunden und möchte mit dir ein paar Tipps teilen, die dir helfen, eine Balance zwischen den wichtigsten Lebensbereichen zu entwickeln und nicht auf etwas verzichten zu müssen.

Stelle dich in den Mittelpunkt

Ja, tatsächlich. Und zwar aus ganz pragmatischen Überlegungen. Du bist dein wichtigstes Kapital. Wenn es dir nicht gut geht, wird es kurz- oder langfristig dazu führen, dass du deine Verpflichtungen nicht erfüllen kannst, geschweige denn deine Träume verwirklichen. Wenn es dir gut geht, hast du mehr Kraft, andere zu unterstützen, an deinen geschäftlichen Zielen zu arbeiten und auch Konflikte und Probleme anzugehen. 

Regel Nummer 1 lautet daher: Baue eigene Energiereserven auf!

Strukturiere Haushalt und Familie so gut wie dein Business

Du willst in deinem Business vorankommen, findest aber zunehmend keine Zeit dafür, weil dir Familie und Freunde genauso wichtig sind? Es passiert nicht selten, dass Frauen nach der Familiengründung einfach nicht mehr dazukommen, sich mit geschäftlichen Zielen auseinanderzusetzen. Es fehlt die richtige Zeit, die Ruhe, um über die berufliche Entwicklung nachzudenken. 

Wenn du nicht willst, dass dein Business den Bach runter geht, lautet meine Empfehlung: Plane und strukturiere Haushalt und Familienzeit genauso, wie dein Business. So gewinnst du mehr Zeit, mehr Energie und mehr Lust, dich um deine geschäftlichen Zukunftspläne zu kümmern. Leben als Projekt ist die Devise – da gehört auch die Familie dazu!  

Lege Schwerpunkte fest und fokussiere dich immer wieder darauf

Es gibt unterschiedlichen Phasen in jedem Leben. Oft sehnen sich Frauen nach einem eigenen Business – und warten dann doch lieber ab, bis die Kinder größer sind. Ich empfehle, lieber darauf zu achten, dass du in jedem Lebensbereich – Ich/Business/Familie – Schwerpunkte festlegst und regelmäßig jedem Bereich ein wenig Zeit widmest. Dadurch hast du das Gefühl, im „Hier und Jetzt“ zu leben und läufst nicht Träumen oder unerfüllten Erwartungen nach.

Richte deine kurzfristigen Ziele nach der langfristigen Vision aus

Seit mehr als 15 Jahren beschäftige ich mich privat wie beruflich mit dem Thema „Ziele setzen und erreichen“ und habe die unterschiedlichsten Methoden ausprobiert. Heutzutage kämpfen wir damit, dass die tägliche Routine uns zuviel Zeit kostet und oft kein Raum für die wesentlichen Fragen bleibt: „Was wollte ich eigentlich langfristig erreichen? Warum will ich dieses bestimmte Ziel gerade jetzt erreichen? Was habe ich davon? Welche Rolle spielt es langfristig, wenn ich ein bestimmtes Ziel erreiche?“ 

Das führt dazu, dass die Motivation, deine Ziele zu erreichen, gleich Null ist. Meine Empfehlung lautet daher: Achte darauf, deine Lebensvision nicht aus den Augen zu verlieren, nimm dir Zeit, deine kurzfristigen Ziele mit den langfristigen abzugleichen und die langfristigen Ziele an deiner Lebensvision auszurichten. Diese Ausrichtung verhilft dir zu mehr Motivation, deine kurzfristigen Ziele heute und jetzt zu verfolgen.

Feiere deine Erfolge

Wie kannst du feststellen, ob du in deinem Business erfolgreich bist oder nicht? Der erste Impuls ist meistens, sich mit den Mitbewerbern zu vergleichen. Das kann eine Sackgasse sein. Jeder Mensch hat eine ganz andere Ausgangs- und Lebenssituation – und genauso eine eigene Definition von Erfolg.

Ich empfehle dir: Vergleiche dich mit deinem Bild von dir in der Vergangenheit und nimm zum Vergleich dein ganzes Leben. Es gibt sicher Momente im Leben einer Frau, wo das Business zu kurz kommt, dann wieder kommt die Zeit, wo die Kinder weniger Betreuung brauchen und du mehr Zeit und Energie in deine Karriere investieren kannst, die familiären Verhältnisse können sich verändern. Halte die Erfolgsmomente, die du heute erlebst, für die Zukunft fest (ich empfehle dazu das 5-Jahre-Tagebuch, ich nutze beispielsweise das von Leuchtturm 1917 https://www.leuchtturm1917.de/some-lines-a-day-5-jahres-buch-medium-a5-schwarz.html) – und genieße sie heute noch!